Valenbisi, E-Mopeds und VTC: Mobilität in Valencia
Valencia ist flach, kompakt und hat kein einziges frei ausleihbares E-Scooter-System, das ist die große Überraschung für jeden, der aus einer deutschen, österreichischen oder Schweizer Stadt kommt. Was es stattdessen gibt: das städtische Leihrad Valenbisi (2.750 Räder, 275 Stationen), drei Free-Floating-Anbieter für E-Mopeds und alle großen Mitfahr-Apps. Hier der komplette Überblick 2026: was es gibt, was du aus DACH schon kennst (und was hier anders läuft), was es kostet, und was das neue Gesetz von 2026 für dein eigenes Gerät bedeutet.
Die Überraschung: keine Leih-E-Scooter im Free-Floating
Falls du aus Berlin, Wien, Zürich oder München kommst und automatisch nach Tier, Voi oder Lime auf dem Handy suchst: spar dir den Download, es gibt sie in Valencia nicht. Im Gegensatz zu Madrid oder Barcelona hat die Stadt Free-Floating-E-Scooter (auf Spanisch patinetes sin base, also ohne feste Station) nie zugelassen. Als Lime 2018 trotzdem 200 Scooter ohne Genehmigung auf die Straße stellte, hat die Stadtpolizei sie innerhalb einer Woche komplett eingesammelt. Seitdem ist das Thema für die Stadtverwaltung erledigt.
Was bleibt, wenn du trotzdem Roller fahren willst:
- dein eigenes Gerät, dann aber mit der neuen Regulierung von 2026 im Blick (siehe unten);
- eine Leihstation im Touristenviertel, stunden- oder tagesweise (grob 10 bis 15 € pro Stunde), fest an einen Laden gebunden, kein Free-Floating.
Das einzige motorisierte Zweirad, das in Valencia wirklich free-floating unterwegs ist, ist das E-Moped. Dazu gleich mehr.
Valenbisi, das städtische Leihrad
Der eigentliche Star des Sharing-Angebots ist Valenbisi, das städtische Fahrradsystem: 2.750 Räder an 275 Stationen über die ganze Stadt verteilt. Rad an einer Station nehmen, an einer anderen wieder abgeben, fertig.
- Jahresabo: 29,21 € (knapp 2,40 € im Monat). Eine Wochenkarte für den Einstieg oder als Tourist kostet 13,30 €. Ermäßigt: 24 € ab 55 Jahren, 20 € für Langzeitarbeitslose ab 35 Jahren.
- Die ersten 30 Minuten jeder Fahrt sind im Abo inklusive und kostenlos. Danach 0,52 € für die zweite halbe Stunde, danach 2,08 € pro weiterer Stunde.
- Fast jede Fahrt innerhalb der Stadt liegt unter 30 Minuten, im Alltag zahlst du mit Valenbisi also praktisch nur einmal im Jahr.
Alles läuft über die App Valenbisi: Abo abschließen, Stationskarte, verfügbare Räder in Echtzeit. Das große Plus der Stadt ist der Jardín del Turia, das alte, trockengelegte Flussbett, heute ein fast 9 km langer, durchgängiger Grünkorridor mit eigener Radtrasse quer durch die Stadt, vom Bioparc bis zur Cité des Arts, komplett autofrei. Das ist die Radstrecke schlechthin in Valencia.
Was du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz schon kennst, und was hier anders läuft
Der wichtigste Unterschied zu deiner Heimatstadt: in Valencia gibt es keinen der großen Anbieter, die du vom DACH-Raum kennst, in ihrer üblichen Form.
- Nextbike (in Deutschland lange mit der Bahn-Marke Call a Bike verschmolzen) betreibt tatsächlich rund zehn Systeme in Spanien, aber keines in Valencia selbst. Das nächstgelegene ist ein kleines Stations-System im Nachbarort Mislata, technisch schon außerhalb der Stadt. Dein Nextbike- oder Call-a-Bike-Konto aus Deutschland nützt dir in Valencia also nichts, du brauchst zwingend die eigene Valenbisi-App.
- Tier (deutsches Scooter-Unternehmen, in vielen DACH-Städten präsent, zeitweise sogar Nextbike-Mutterkonzern, bis der Verkauf an einen Finanzinvestor im April 2024 die Marken wieder trennte) hat in Valencia keine Scooter-Flotte, aus dem gleichen Grund wie oben: Free-Floating-Scooter sind hier schlicht nicht zugelassen.
- Voi (in Wien, Zürich und vielen deutschen Städten stark vertreten) ist in Valencia ebenfalls nicht aktiv.
- Lime kennst du vielleicht aus Berlin oder Hamburg, in Valencia wurde die Firma 2018 nach dem oben beschriebenen Alleingang faktisch aus der Stadt verbannt und ist bis heute nicht zurück.
Kurz: lösch die Erwartung, ein dir vertrautes Konto einfach weiterzuverwenden. Die einzige neue App, die sich wirklich lohnt zu installieren, ist Valenbisi, plus je eine App pro Moped-Anbieter, falls du damit fährst (siehe unten).
Der zweite Unterschied betrifft die Infrastruktur, und hier lohnt sich Ehrlichkeit in beide Richtungen. National liegt der Radverkehrsanteil in Deutschland bei rund 17 % aller Wege, in ausgesprochenen Fahrradstädten wie Münster, Freiburg oder Greifswald deutlich darüber, teils über 30 %. Spanien liegt im Alltagsradverkehr insgesamt sehr weit dahinter. Valencia ist dabei aber die positive Ausnahme im Land: die Stadt hat in den letzten Jahren massiv in Radwege investiert, und laut Rathaus sind die Fahrradfahrten in der Stadt in den letzten zwei Jahren um rund 10 % gestiegen (Stand Februar 2026). Mit dem Jardín del Turia als durchgehender, autofreier Rückgrat-Trasse und einem dichten Radwegenetz in der Innenstadt fährt es sich in Valencia im Alltag spürbar leichter als in den meisten spanischen Großstädten, nur eben (noch) nicht auf dem Niveau einer deutschen Fahrradstadt.
Die E-Mopeds im Free-Floating
Anders als bei Scootern ist Moped-Sharing in Valencia erlaubt und läuft im echten Free-Floating: du nimmst und lässt das Moped irgendwo im Servicegebiet stehen. Drei Anbieter teilen sich den Markt:
- Yego: rund 0,26 €/Min., mit günstigeren Minutenpaketen (Bonos).
- Acciona: in Valencia vertreten, je nach Tarif etwa 0,19 bis 0,31 €/Min.
- Cooltra: rund 0,35 €/Min. ohne Paket.
Der Helm liegt im Kofferraum bereit, die Versicherung übernimmt der Anbieter automatisch. Zum Führerschein: es handelt sich um elektrische 125er, du brauchst also einen gültigen Führerschein, entweder einen Motorradführerschein (A1, A2 oder A) oder einen Autoführerschein der Klasse B, den du seit mindestens 3 Jahren besitzt (die spanische Regel für das Fahren einer 125er ohne eigenen Motorradführerschein). Die Anmeldung läuft in der App mit einem Foto deines Führerscheins, Mindestalter in der Regel 18 Jahre. Ein deutscher, österreichischer oder Schweizer Führerschein wird problemlos akzeptiert.
VTC und Taxi: die Apps, um ein Auto zu bestellen
Gute Nachricht, entgegen einem verbreiteten Irrglauben funktionieren die großen Apps alle in Valencia:
- Bolt: ja. Die Plattform hat ihren Mitfahrdienst (VTC) in Valencia und Alicante Anfang 2026 gestartet, mit einer Flotte aus Elektroautos und Fahrzeugen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
- Cabify: ja, die am längsten etablierte VTC-App (und Taxi-Option) der Stadt.
- Uber: ja, mit klassischen Uber-Fahrzeugen (VTC) und, je nach Verfügbarkeit, auch offiziellen Taxis über dieselbe App. Uber Taxi ist seit 2021 in Valencia aktiv, als vierte spanische Stadt nach Madrid, Barcelona und Málaga.
- FreeNow: ja, um ein offizielles Taxi direkt vom Handy zu rufen.
- Rein fürs Taxi funktioniert auch die landesweite App PideTaxi, ebenso wie lokale Taxi-Funkzentralen. Die Taxis sind weiß, fahren nach offiziellem Taxameter, mit Festpreis von und zum Flughafen.
Zusammengefasst: Bolt, Cabify oder Uber für ein Auto mit Fahrer, FreeNow oder PideTaxi für ein offizielles Taxi.
Die neue Regulierung 2026, die du kennen solltest
2026 ändert einiges für E-Scooter und persönliche Mobilitätsgeräte (VMP auf Spanisch). Falls du dein eigenes Gerät fährst:
- Versicherungspflicht seit dem 2. Januar 2026: eine Haftpflichtversicherung ist jetzt vorgeschrieben, genau wie bei einem Auto. Ohne Versicherung drohen 600 bis 1.000 € Bußgeld, und das Gerät wird sofort stillgelegt.
- Registrierung bei der DGT: jeder Scooter muss im Registro de Vehículos Personales Ligeros der spanischen Verkehrsbehörde eingetragen sein, mit sichtbarer Kennung.
- Mindestalter: 16 Jahre.
- Helm: für leichte Geräte (Typ A) nicht Pflicht, aber dringend empfohlen; für leistungsstärkere Geräte (Typ B) Pflicht, sonst 200 € Bußgeld.
- Wo du fahren darfst: wie beim Fahrrad, auf Radwegen und der Fahrbahn. Auf Gehwegen und in Fußgängerzonen verboten (Bußgeld rund 200 €, je nach Fall bis 600 €). Tempolimit 20 km/h auf ebenerdigen Radwegen, 15 km/h auf Radwegen, die über den Gehweg führen.
- Nur eine Person pro Gerät, kein Handy und keine Kopfhörer beim Fahren, Promillegrenze wie am Steuer.
Gute Nachricht für alle, die mieten statt kaufen: bei Moped-Sharing oder Leihstationen übernimmt der Anbieter die Versicherung, du musst dich um nichts kümmern.
Unsere praktischen Tipps
- Die App, die du zuerst installierst: Valenbisi, wenn du dauerhaft hier lebst (das beste Preis-Leistungs-Verhältnis der Stadt), Bolt oder Cabify für spontane Fahrten, und die App deines Moped-Anbieters, falls du den passenden Führerschein hast.
- Nutz den Turia: flach, teils schattig, komplett autofrei. Das Rückgrat des Radverkehrs in Valencia.
- Fußgängerzonen: die Altstadt (Ciutat Vella, rund um die Kathedrale und den Mercado Central) ist größtenteils autofrei und für Räder/Scooter gesperrt. Absteigen und schieben, die Stadtpolizei kontrolliert das.
- Der Klassiker unter den Fehlern: mit dem Scooter auf dem Gehweg fahren. Das ist verboten und wird geahndet. Radwege gibt es fast überall, nutz sie.
- Falls du einen eigenen Scooter kaufst: prüfe die Zulassung, versichere ihn und melde ihn vor der ersten Fahrt bei der DGT an. Das ist seit 2026 Pflicht.
Was kostet was? Der Vergleich für eine typische Fahrt
Beispielstrecke von rund 4,5 km, von der Plaza del Ayuntamiento zum Stadtstrand Malvarrosa:
| Verkehrsmittel | Preis der Fahrt | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Valenbisi (Rad) | ~ 0 € | Kostenlos unter 30 Min. mit Abo (29,21 €/Jahr). Rund 20 Minuten Fahrzeit. |
| Metro/Tram + Bus (EMT) | ~ 1,50 € | Straßenbahn L4 oder L6, oder Bus bis zum Strand. Die günstigste Option. |
| E-Moped (Yego, Acciona, Cooltra) | ~ 3,50 bis 4 € | Rund 13 Minuten. Führerschein nötig, Helm liegt bereit. |
| VTC (Bolt, Cabify, Uber) | ~ 8 bis 13 € | Je nach Uhrzeit und Nachfrage. |
| Taxi | ~ 10 bis 14 € | Offizielles Taxameter, Tagestarif. |
| Leih-Scooter (Free-Floating) | Nicht verfügbar | Gibt es in Valencia nicht. |
Richtpreise von Juli 2026, abhängig von Uhrzeit und Nachfrage. Klarer Alltagssieger bleibt das Valenbisi-Rad, unschlagbar günstig, sobald das Jahresabo einmal läuft.
Überblick: Dienst, App, Preis, wofür geeignet
| Dienst | App | Preis | Am besten für |
|---|---|---|---|
| Städtisches Leihrad | Valenbisi | 29,21 €/Jahr (30 Min. je Fahrt gratis) | Alltag, Pendeln, Daueraufenthalt |
| E-Moped-Sharing | Yego / Acciona / Cooltra | ca. 0,19 bis 0,35 €/Min. | Spontane, etwas längere Strecken (Führerschein nötig) |
| VTC (Mitfahrdienst) | Bolt / Cabify / Uber | ca. 8 bis 13 € pro Innenstadtfahrt | Nachts, mit Gepäck, zu mehreren |
| Offizielles Taxi | FreeNow / PideTaxi | ca. 10 bis 14 € (Taxameter), Festpreis zum Flughafen | Flughafentransfer, Festpreis-Sicherheit |
| Leih-E-Scooter (Free-Floating) | keine (nicht zugelassen) | nicht verfügbar | nirgends: in Valencia nicht erlaubt |
Für mehr Hintergrund lies auch unsere Guides Mobilität in Valencia: Metro, Bus, Tram und Fahrrad, Auto in Valencia: Führerschein, ZBE, Parken und Laden und Lebenshaltungskosten in Valencia 2026.
Häufig gestellte Fragen
Kannst du dein Nextbike- oder Call-a-Bike-Konto aus Deutschland in Valencia nutzen?
Nein. Nextbike betreibt zwar rund zehn Systeme in Spanien, aber keines in Valencia selbst, nur ein kleines separates System im Nachbarort Mislata. In der Stadt Valencia brauchst du zwingend die eigene Valenbisi-App und ein eigenes Valenbisi-Abo.
Brauchst du einen Motorradführerschein für die E-Mopeds in Valencia?
Nicht zwingend. Ein Motorradführerschein (A1, A2 oder A) reicht, aber ein normaler Autoführerschein der Klasse B genügt ebenfalls, wenn du ihn seit mindestens 3 Jahren besitzt. Das ist die spanische Regel für das Fahren einer 125er, und ein deutscher, österreichischer oder Schweizer Führerschein wird akzeptiert.
Warum gibt es in Valencia keine Leih-E-Scooter wie in deutschen Städten?
Die Stadt hat Free-Floating-Scooter bewusst nie zugelassen und Lime 2018 nach einem unautorisierten Testlauf sofort wieder aus dem Stadtbild entfernt. Seitdem setzt Valencia beim Sharing ausschließlich auf das städtische Leihrad Valenbisi und auf E-Moped-Sharing, beides mit fester Genehmigung.
Ist Valenbisi für einen kurzen Aufenthalt überhaupt sinnvoll?
Für einen Kurzbesuch gibt es eine Wochenkarte für 13,30 €, das lohnt sich schon ab wenigen Fahrten pro Tag. Für einen Daueraufenthalt ist das Jahresabo für 29,21 € praktisch immer die günstigste Lösung, da die ersten 30 Minuten jeder Fahrt kostenlos sind.
Quellen
- Valenbisi: offizielle Tarife
- elDiario: Sharing-Regeln in Valencia (Mopeds ja, stationslose Scooter nein)
- El Español: Valencia ohne Leih-Scooter
- RACE: Regulierung für E-Scooter in Valencia
- Valencia Bonita: neue Regulierung 2026 (Versicherung, Register)
- Valencia Plaza: Bolt startet VTC-Dienst in Valencia (2026)
- Uber: Uber Taxi startet in Valencia
- El Español: Rathaus beziffert Anstieg der Radnutzung in Valencia (Februar 2026)
- Mobilität in Deutschland: Analyse zum Rad- und Fußverkehr
Infos geprüft im Juli 2026. Preise, Zonen und Regulierung ändern sich: bestätige wichtige Details immer bei der offiziellen Quelle, bevor du losfährst. Von der Redaktion geprüft. Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt, anschließend von unserer Redaktion gegengeprüft, verifiziert und gegengelesen, die dafür die redaktionelle Verantwortung übernimmt, im Einklang mit der europäischen KI-Verordnung. Ein Fehler? Schreib uns, wir korrigieren es. Wie wir arbeiten.
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