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Unfall in Valencia: der Guide für die richtigen Reflexe

· La Rédaction de TDV
Autounfall mit oder ohne Verletzte, Unfall zuhause, Arztbesuch als Tourist oder Resident: die richtigen Reflexe und Nummern in Valencia, DACH-Versicherung inklusive.
Unfall in Valencia: der Guide für die richtigen Reflexe

Ein Auffahrunfall, ein Sturz zuhause, ein Wehwehchen im Urlaub, das schlimmer wird als gedacht: Es passiert, und fernab der Heimat weiß man nicht immer sofort, wen man anrufen soll. Der erste Reflex, egal worum es geht, ist die 112: eine einzige, kostenlose, mehrsprachige Nummer, die Polizei, Feuerwehr und medizinische Notfälle bündelt und in Spanien genauso funktioniert wie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Die ersten Schritte nach jedem Unfall

  • Bring dich in Sicherheit und sichere die Unfallstelle ab. Zieh deine Warnweste an, bevor du aus dem Auto aussteigst (in Spanien Pflicht, genau wie zuhause).
  • Ist jemand verletzt oder besteht Gefahr, ruf sofort die 112 an.
  • Warnsignal aufstellen: Seit dem 1. Januar 2026 ersetzt die vernetzte V16-Warnleuchte das klassische Warndreieck als einziges rechtsgültiges Gerät, um ein liegengebliebenes Fahrzeug zu markieren, allerdings nur für Fahrzeuge mit spanischem Kennzeichen. Ein Fahrzeug mit deutschem, österreichischem oder Schweizer Kennzeichen ist von dieser Pflicht ausgenommen (eine DGT-Klarstellung von Anfang 2025 bestätigt das ausdrücklich für den internationalen Verkehr), du darfst also weiterhin dein mitgebrachtes Warndreieck benutzen. Fährst du dagegen einen Mietwagen mit spanischem Kennzeichen, gilt die V16-Pflicht für dieses Fahrzeug: Prüfe bei der Übernahme, ob eine Leuchte im Auto liegt. Das Bußgeld für ein spanisch zugelassenes Fahrzeug ohne V16 liegt bei 80 Euro (40 Euro bei sofortiger Zahlung), bis zu 200 Euro bei einem nicht vernetzten Gerät.
  • Atme durch, und bewege eine verletzte Person nicht, außer bei unmittelbarer Gefahr (Feuer, fließender Verkehr).

Autounfall, ohne Verletzte

Sind die Umstände klar und ist niemand verletzt:

  1. Füllt gemeinsam den Unfallbericht aus (parte amistoso auf Spanisch). Gute Nachricht für DACH-Fahrer: Das ist exakt dasselbe europäische Einheitsformular, das auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwendet wird, nur in der jeweiligen Landessprache gedruckt. Wer das Formular von zuhause kennt, findet sich hier sofort zurecht. Beide Seiten unterschreiben.
  2. Tauscht die Daten aus: Name, Adresse, Telefonnummer, Versicherungspolice und Gesellschaft, sowie die Fahrzeugdaten (Kennzeichen).
  3. Mach Fotos der Schäden, der Position der Fahrzeuge und der Kennzeichen.
  4. Informiere deine Versicherung innerhalb von maximal 7 Tagen. Das ist eine gesetzliche Pflicht, auch wenn das Ausfüllen des Unfallberichts selbst keine Pflicht ist.

Ruf die Polizei, wenn ihr euch über die Schuldfrage nicht einig seid, wenn es Verletzte gibt, wenn die Gegenseite keine Versicherung hat, flüchtet oder alkoholisiert wirkt: die Policía Local (092) in der Stadt, die Guardia Civil (062) auf Landstraßen und Autobahnen, oder die 112. Sie erstellt einen atestado, ein offizielles Protokoll, das für die Versicherung sehr nützlich ist. Alles Weitere rund ums Auto (Führerschein, Zulassung, Versicherung) findest du in unserem Guide Auto in Valencia.

Was deine Versicherung aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz übernimmt

Drei Dinge lohnt es sich zu wissen, bevor du mit dem eigenen Auto nach Spanien fährst oder kurz nach der Ankunft ein Unfall passiert:

  • Die Grüne Karte brauchst du in der Praxis nicht mehr. Innerhalb der EU, des EWR und einiger weiterer Länder, darunter auch die Schweiz, gilt das Kennzeichen selbst als ausreichender Nachweis deiner Haftpflichtversicherung (das sogenannte Kennzeichenabkommen). Spanien ist EU-Mitglied, du musst also keine Karte an der Grenze vorzeigen. Trotzdem lohnt es sich, die Grüne Karte (oder den digitalen Nachweis deiner Versicherung) im Auto zu haben: Sie listet deinen Versicherer und dessen Schadenregulierungsbeauftragten in Spanien auf und beschleunigt die Abwicklung nach einem Unfall spürbar.
  • Auslandsschadenschutz, falls du ihn hast, hilft dir direkt vor Ort. Viele deutsche und österreichische Kfz-Haftpflichtversicherungen bieten diesen Zusatzbaustein an (oft günstig oder sogar automatisch inbegriffen). Er sorgt dafür, dass dein Fall nach den Standards deines Heimatversicherers reguliert wird und du direkt mit deinem eigenen Versicherer in deiner Sprache kommunizierst, statt allein mit einer spanischen Versicherung und einer fremden Rechtsordnung zu verhandeln. Prüfe vor der Abreise, ob dein Vertrag diesen Baustein enthält.
  • Pannenhilfe und Abschleppung sind meist ein separater Baustein, kein Automatismus. Die reine Kfz-Haftpflicht deckt in der Regel keine Pannenhilfe im Ausland ab. Das übernimmt ein Kfz-Schutzbrief (oft für rund 10 bis 30 Euro im Jahr dazubuchbar) oder eine Clubmitgliedschaft: ADAC Plus, der ÖAMTC-Schutzbrief (der etwa Abschleppkosten im Ausland bis zu einem bestimmten Betrag übernimmt, sofern niemand anders dafür aufkommt) oder der TCS-Schutzbrief in der Schweiz. Prüfe vor der Fahrt, ob Spanien eingeschlossen ist und was genau gedeckt ist (Abschleppen, Mietwagen, Übernachtung, Rückholung).
  • Für die Schweiz gilt dasselbe Prinzip wie für DE/AT, auch wenn die Schweiz kein EU-Mitglied ist: Sie gehört zu den Ländern, in denen das Kennzeichen als Versicherungsnachweis reicht, und Schweizer Clubs wie der TCS bieten vergleichbare Schutzbriefe für Fahrten nach Spanien an.

Willst du dagegen dauerhaft mit einer spanischen Police fahren (etwa nach dem Umzug), erklärt unser Guide zu Versicherungen in Spanien, wie die spanische Kfz-Haftpflicht, der Bonus und die Deckungsstufen funktionieren.

Autounfall, mit Verletzten

Vorrang haben immer die Menschen:

  • Ruf die 112 an (oder die 061 für rein medizinische Notfälle). Nenne den genauen Ort und die Anzahl der Verletzten.
  • Bewege eine verletzte Person nicht, außer bei unmittelbarer Gefahr (Feuer, Verkehr).
  • Lass die Polizei ihren atestado erstellen.
  • Lass dich untersuchen, selbst wenn du dich gut fühlst, und lass dir immer den ärztlichen Bericht (parte médico) aushändigen. Ohne ihn ist eine spätere Entschädigung schwierig. Entschädigungen folgen einer offiziellen Schadenstabelle (dem baremo).

Auto abschleppen und begutachten lassen

Steht das Auto erst einmal still, stellen sich zwei Fragen: wie es wegkommt, und wer den Schaden bewertet.

  • Das Abschleppen (die grúa): Ist Pannenhilfe in deiner Police oder deinem Schutzbrief enthalten, rufst du dort an, ein Abschleppwagen kommt, oft kostenlos bis zu einer bestimmten Kilometerzahl. Sonst rufst du eine private grúa. Die Werkstatt (taller), zu der das Auto gebracht wird, kannst du in der Regel selbst wählen.
  • Das Gutachten (der peritaje): Dein Versicherer schickt einen perito, einen Sachverständigen, der den Schaden bewertet und über Reparatur entscheidet, oder, wenn die Kosten den Fahrzeugwert übersteigen, über den siniestro total (wirtschaftlicher Totalschaden).

Gut zu wissen, gerade wenn du gerade erst angekommen bist: Du kannst dein Auto in Spanien begutachten und reparieren lassen, auch wenn es in Deutschland, Österreich oder der Schweiz zugelassen ist. Du bringst es zu einer örtlichen Werkstatt, der perito kommt vorbei, und der Fall wird hier abgewickelt (bei Bedarf über den spanischen Ansprechpartner deines Heimatversicherers).

Und wenn du mit dem Gutachten nicht einverstanden bist? Das spanische Recht (Artikel 38 des Gesetzes über den Versicherungsvertrag) erlaubt dir, einen eigenen Gutachter zu benennen. Kommen sich die beiden Gutachter nicht einig, wird ein dritter bestimmt, die Kosten werden geteilt. Als letztes Mittel kannst du dich an den Defensor del Asegurado oder die Gerichte wenden.

Unfall zuhause

Sturz, Schnittwunde, Verbrennung, versehentliches Verschlucken eines Produkts: Auch dafür sind die 112 und die 061 zuständig. Bei Vergiftung oder Verschlucken eines gefährlichen Stoffs (Reinigungsmittel, Medikament, Pflanze) gibt es eine landesweite Vergiftungshotline, rund um die Uhr erreichbar: +34 91 562 04 20 (Servicio de Información Toxicológica). Mit Kindern im Haus lohnt es sich, diese Nummer griffbereit zu haben.

Medizinische Versorgung: Tourist oder Resident

Der Zugang zur Behandlung hängt von deiner Situation ab:

  • Als Tourist aus DE oder AT: Reise mit deiner Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC/EKVK), die in Deutschland automatisch auf der Rückseite deiner elektronischen Gesundheitskarte aufgedruckt ist und in Österreich auf der Rückseite der e-card (dort müssen die Datenfelder vollständig ausgefüllt sein, sonst gilt sie nicht als Nachweis). Sie gibt dir Zugang zur öffentlichen Versorgung wie einem Einheimischen. Privatärzte rechnen damit allerdings nicht ab, lass dir dann eine detaillierte Rechnung für die Erstattung durch deine Kasse geben.
  • Als Tourist aus der Schweiz: Deine Schweizer Krankenkassenkarte funktioniert dank des bilateralen Abkommens zwischen der Schweiz und der EU ebenfalls als europäische Versicherungskarte und deckt eine medizinisch notwendige Behandlung in Spanien zu denselben Bedingungen wie für Einheimische.
  • Als Resident: Zeig deine SIP-Karte (die Gesundheitskarte der Comunitat Valenciana) und einen Ausweis in der Notaufnahme. Für Fragen zur Gesundheitsversorgung gibt es die Info-Linie 012.

In jedem Fall wird ein lebensbedrohlicher Notfall behandelt, Karte hin oder her. Hab trotzdem immer einen Ausweis und deine Karte (EHIC/EKVK, Schweizer Kassenkarte oder SIP) dabei. Mehr zum Gesundheitssystem findest du in unseren Guides zum spanischen Gesundheitssystem und zur SIP-Karte.

Die wichtigsten Nummern auf einen Blick

  • 112: Notruf, alle Dienste, mehrsprachig.
  • 061: medizinischer Notfall, Krankenwagen.
  • 092: Policía Local (in der Stadt). 062: Guardia Civil (Landstraßen, Autobahnen). 091: Policía Nacional.
  • +34 91 562 04 20: Vergiftungshotline, rund um die Uhr.
  • 012: Gesundheitsinformation, Comunitat Valenciana.
Das Wichtigste in Kürze: Ein Verletzter oder eine Gefahr, das bedeutet 112. Im Auto: Warnweste, und ein Warndreieck reicht dir mit ausländischem Kennzeichen weiterhin (V16 gilt nur für spanisch zugelassene Fahrzeuge), Unfallbericht ausfüllen (gleiches Formular wie zuhause), Fotos machen, Versicherung innerhalb von 7 Tagen informieren, und Polizei rufen (092 in der Stadt, 062 auf der Straße) bei Uneinigkeit oder Verletzten. Prüf vor der Abreise, ob deine Versicherung Auslandsschadenschutz und einen Schutzbrief für Pannenhilfe enthält. Unfall zuhause: 112, und die Vergiftungshotline unter +34 91 562 04 20. Medizinische Versorgung: EHIC/EKVK für Touristen aus der EU, die Schweizer Kassenkarte für Touristen aus der Schweiz, SIP-Karte für Residenten.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich eine V16-Warnleuchte mit deutschem oder österreichischem Kennzeichen?

Nein. Die V16-Pflicht seit dem 1. Januar 2026 gilt nur für Fahrzeuge mit spanischem Kennzeichen. Mit einem deutschen, österreichischen oder Schweizer Kennzeichen darfst du weiterhin dein mitgebrachtes Warndreieck benutzen. Fährst du einen Mietwagen mit spanischem Kennzeichen, gilt die Pflicht für dieses Fahrzeug.

Brauche ich die Grüne Karte für mein Auto in Spanien?

Nicht zwingend: Da Spanien EU-Mitglied ist, gilt dein Kennzeichen selbst als Nachweis deiner Haftpflichtversicherung. Nimm die Karte trotzdem mit, sie beschleunigt die Schadenregulierung nach einem Unfall, weil sie deinen Versicherer und dessen Ansprechpartner in Spanien nennt.

Ist der Unfallbericht in Spanien derselbe wie zuhause?

Ja: Der parte amistoso ist das gleiche europäische Einheitsformular, das auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz verwendet wird, nur in der jeweiligen Sprache gedruckt. Wer das Formular kennt, kann es hier genauso ausfüllen.

Wird ein Tourist in Spanien behandelt?

Ja, jede lebensbedrohliche Notlage wird behandelt. Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (für DE/AT) oder der Schweizer Kassenkarte hast du Zugang zur öffentlichen Versorgung wie ein Einheimischer. Residenten legen ihre SIP-Karte vor.

Quellen


Infos im Juli 2026 geprüft. Bei einer lebensbedrohlichen Notlage ruf immer sofort die 112 an. Dieser Artikel ist informativ und ersetzt keine fachliche Beratung. The Daily Valencia ist ein KI-gestütztes Medium mit menschlicher Endredaktion, verantwortet von unserer Redaktion gemäß der europäischen KI-Verordnung. Ein Fehler aufgefallen? Schreib uns, wir korrigieren.

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