Wo in der Region Valencia Rad fahren? Pässe, Vías Verdes, Routen
Leitfaden aktualisiert am 8. Juli 2026.
Kurze Antwort: Ja, die Region Valencia gehört zu den besten Fahrrad-Zielen Spaniens, und das nicht nur rund um die Stadt selbst. Es gibt schnurgerade Vías Verdes für Ausfahrten mit der ganzen Familie, legendäre Pässe der Costa Blanca, auf denen Profiteams den Winter verbringen, und Hunderte Kilometer Gravel-Pisten. Viele Radfahrer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen Mallorca als das klassische spanische Wintertrainingsziel, aber die Costa Blanca bietet dieselben Vorteile, mildes Klima, echte Pässe, gute Straßen, bei deutlich weniger Trubel und oft günstigeren Preisen. Ob du eine kurze Stunde unterwegs sein willst oder eine große 150-km-Etappe, allein oder in der Gruppe: hier findest du, wohin.
Wo kann man in der Region Valencia Rad fahren?
Es gibt drei große Spielwiesen, je nach Niveau und Lust. Die Vías Verdes (ehemalige Bahntrassen, flach und ohne Autos) eignen sich ideal für Einsteiger oder Familienausflüge. Die Costa Blanca, rund um Calpe und die Marina, konzentriert die großen Pässe für erfahrene Radler. Und die Albufera-Ebene sowie die Gebirgszüge nahe Valencia bieten einfache Runden und Gravel-Strecken direkt vor der Stadt. Der Reihe nach.
Welche großen Pässe gibt es für erfahrene Radler?
Die schönsten Pässe liegen im Hinterland der Costa Blanca, in der Provinz Alicante. Dank des milden Klimas kann man dort das ganze Jahr über klettern. Hier die Klassiker (die genauen Zahlen schwanken je nach Quelle und gewähltem Startpunkt leicht).
| Pass | Start | Distanz | Höhenmeter | Ø-Steigung | Karte |
|---|---|---|---|---|---|
| Alto de Aitana (der höchste der Region) | Ab Sella / Benidorm | ~22 km | ~1.230 m | ~6 % (außer Kategorie) | Karte |
| Coll de Rates (der Mythos) | Parcent | 6,5 km | 351 m | 5,4 % | Karte |
| Cumbre del Sol (die Mauer) | El Poble Nou de Benitatxell | 6,5 km | 391 m | 6 % (Rampen >15 %) | Karte |
| Puerto de Tudons | Sella | 15,3 km | ~760 m | ~5 % | Karte |
| Alto de Confrides | Benilloba | ~9 km | ~450 m | ~5 % | Karte |
| Guadalest (der mildeste) | Callosa d'en Sarrià | ~6 km | ~510 m | 4,7 % | Karte |
Der Gipfel, den man abhaken sollte, ist der Alto de Aitana, mit rund 1.558 m die höchste befahrbare Straße der Region Valencia und ein Anstieg außer Kategorie über mehr als 22 km. Die Vuelta a España kehrt 2026 dorthin zurück: Etappe 9 am 30. August führt von La Vila Joiosa auf den Aitana, nach zehn Jahren Pause. Ein Wermutstropfen: Der eigentliche Gipfel liegt auf dem Gelände einer Militärbasis und ist nicht öffentlich zugänglich, man fährt bis zum letzten erlaubten Teilstück. Am bekanntesten bleibt der Coll de Rates, kurz und rollend, mit seinem Panorama-Café am Gipfel, wo im Winter alle Profis vorbeikommen. Und für alle, die leiden wollen: die Cumbre del Sol in Benitatxell, eine Wand mit Rampen jenseits der 15 %, auf der die Vuelta 2015 eine Etappe austrug.
Welche Vías Verdes eignen sich für Familienausflüge, abseits der Autos?
Die Vías Verdes folgen ehemaligen Bahntrassen: flach oder mit sehr sanfter Steigung, ohne Verkehr, oft geeignet für Gravel-Räder ebenso wie für Kinderfahrräder. Die Region hat gleich mehrere davon, darunter die längste Spaniens.
| Vía Verde | Strecke | Länge | Für wen | Karte |
|---|---|---|---|---|
| Ojos Negros (die längste Spaniens) | Von Barracas Richtung Sagunto, entlang des Río Palancia | ~83 km (valencianischer Abschnitt) | Gravel, Mountainbike, lange Ausfahrten | Karte |
| Vía Verde del Serpis | Von Muro d'Alcoi nach Gandia, über den Racó del Duc | ~40 km | Gravel, Familien; spektakuläre Schlucht | Karte |
| Vía Verde de Alcoi | Von Alcoi Richtung Ibi, durch den Font Roja | ~20 km | Beleuchtete Tunnel, große Viadukte | Karte |
| Vía Verde del Maigmó | Von Agost zum Puerto del Maigmó | ~22 km | 6 unbeleuchtete Tunnel (Lampe empfohlen) | Karte |
| Vía Xurra | Von Valencia nach Puçol, durch die Horta Nord | ~16 km | Ganz flach, Familien, Orangenhaine | Karte |
| Vía Verde de Dénia | Von Dénia nach Els Poblets | ~6,5 km | Sehr kurz, Familien, Marina Alta | Karte |
Zwei Favoriten. Die Vía Verde de Ojos Negros ist die längste Spaniens: Ihr valencianischer Abschnitt fällt über rund 83 km von der Hochebene bei Barracas bis zu den Orangenhainen nahe Sagunto ab, sanft geneigt, auf einem Mix aus Asphalt und Schotter, perfekt für Gravel-Räder. Die Vía Verde del Serpis durchquert den Racó del Duc, eine grandiose Schlucht zwischen L'Orxa und Vilallonga: Das schönste Teilstück (rund 15 km) lässt sich problemlos mit der Familie fahren. Die Vía Verde de Alcoi wiederum beeindruckt mit ihren beleuchteten Tunneln und dem Viadukt der Sieben Monde (230 m lang, 46 m hoch).
Welche einfachen Runden gibt es rund um Valencia?
Zwei Klassiker, beide flach und größtenteils auf Radwegen. Die Runde um die Albufera führt südlich der Stadt durch die Reisfelder, den Pinienwald von El Saler und das Fischerdorf El Palmar (zwischen 35 km Hin- und Rückweg bis El Saler und knapp 60 km für die komplette Runde). Der Turia-Garten, im ehemaligen Flussbett, durchquert die ganze Stadt ohne eine einzige Ampel auf rund 9 km Parkanlage, mit einem durchgehenden Radweg bis ans Meer verlängert. Beide Strecken sind auch mit dem Leihrad Valenbisi machbar, solange man in der Stadt bleibt (siehe unten).
Wo kann man ein Rad mieten, und lohnt sich Valenbisi?
Für Fahrten in der Stadt ja, für sportliche Ausfahrten nein. Das Valenbisi, das Leihradsystem von Valencia, zählt rund 275 Stationen und 2.750 Räder, mit einem Jahresabo um die 29,21 € und den ersten 30 Minuten jeder Fahrt gratis. In der Stadt ist es unschlagbar, aber es sind schwere Räder, nicht gemacht für 50 km am Stück. Für Straße, Gravel oder eine Ausfahrt in die Pässe geht man zu einem spezialisierten Verleih: Anbieter gibt es in Valencia, aber auch in El Saler, in Dénia und vor allem in Calpe, der Fahrrad-Hauptstadt der Küste.
Warum trainieren Profis in Calpe?
Weil dort alles zusammenkommt, um im Winter zu fahren. Das Klima der Costa Blanca gehört zu den mildesten Europas, mit über 300 Sonnentagen im Jahr und Wintertemperaturen, die oft zwischen 15 und 20 °C liegen. Die Straßen sind gut instand gehalten, und vor allem beginnen die Anstiege fast direkt an der Uferpromenade: in einem Radius von 20 bis 50 km reiht man Coll de Rates, Tudons, Aitana oder Confrides aneinander. Dazu kommen auf Radfahrer eingestellte Hotels und günstigere Preise als in Girona oder auf Teneriffa, dem Trainingsziel, das viele DACH-Radfahrer sonst von Mallorca kennen. Kein Wunder also, dass jeden Winter die Busse der World-Tour-Teams die Parkplätze von Calpe füllen.
Gravel und Mountainbike: wohin abseits der Straßen?
Zwei nahe gelegene Gebirgszüge eignen sich besonders für Gravel und Mountainbike. Die Serra Calderona, nördlich von Valencia, bietet ein Netz aus Forstpisten mit dem Aussichtspunkt Garbí (601 m) und dem höchsten Punkt El Gorgo (907 m); beliebter Startpunkt ist der Rastplatz Pla de Lucas in Náquera. Wichtig: Im Park sind Räder nur auf den Forstpisten erlaubt (nicht auf den Bergpfaden), Fußgänger haben Vorrang, und die Geschwindigkeit ist auf 30 km/h begrenzt. Weiter nördlich bietet die Sierra de Espadán mit ihren Korkeichenwäldern schöne Gravel-Runden rund um Eslida und Aín, in einem der am besten erhaltenen Gebiete der Region.
Allein oder in der Gruppe: wo findet man eine Ausfahrt?
Allein zu fahren ist perfekt, um im eigenen Tempo unterwegs zu sein, aber die Region hat eine echte Grupeta-Kultur, und für jedes Niveau gibt es eine Gruppe. Die Peña Ciclista Excursionista de Valencia ist einer der wenigen jahrhundertealten Radsportvereine Spaniens, ein schönes Stück lokales Kulturerbe. Die Peña Ciclista der CDUPV (Polytechnische Universität) organisiert Ausfahrten mit klar ausgewiesenen Niveaus, von G1 (100 bis 130 km bei 20 bis 25 km/h) bis G4 (über 140 km in zügigem Tempo), sodass jeder seinen Platz findet. Um einen Verein in der Nähe zu finden, führt der Radsportverband der Region Valencia (fccv.es) das offizielle Verzeichnis nach Ort und Disziplin.
Was sagt das Gesetz zum sicheren Radfahren?
Ein paar spanische Regeln, die man vor der Ausfahrt kennen sollte. Der Helm ist außerorts für alle Radfahrer Pflicht (innerorts empfohlen, für Minderjährige überall Pflicht). Achtung, die Vorschriften werden strenger: Zum 1. Oktober 2026 streicht eine Reform (RD 518/2026) die letzten Ausnahmen von der Helmpflicht außerorts (das Vergessen wird zu einem schweren Verstoß mit 200 € Bußgeld) und verpflichtet Autofahrer zusätzlich zum bereits vorgeschriebenen seitlichen Sicherheitsabstand von 1,5 m beim Überholen von Radfahrern dazu, ihre Geschwindigkeit beim Überholen um mindestens 20 km/h zu reduzieren. Nachts oder bei schlechter Sicht außerorts sind weißes Licht vorne, rotes Licht hinten und eine Warnweste vorgeschrieben.
Der Rest ist gesunder Menschenverstand vor Ort. Im Sommer ist die Hitze die eigentliche Gefahr: starte früh am Morgen, meide die Tagesmitte (12 bis 18 Uhr), trinke durchgehend mit Elektrolyten, und vergiss die Sonnencreme nicht. Bei einem Unfall oder Hitzschlag gilt die einheitliche Notrufnummer 112, mit mehrsprachigen Vermittlern. Wie du deine Wege organisierst und Fahrrad mit dem Nahverkehr in der Stadt kombinierst, erklären wir im Detail in unserem Guide Mobilität in Valencia.
Kurz gesagt
- Der Pass zum Abhaken: der Alto de Aitana, die höchste Straße der Region (~1.558 m), 2026 im Programm der Vuelta.
- Für Familien: die Vías Verdes, darunter Ojos Negros (die längste Spaniens) und der Serpis über den Racó del Duc.
- Flach, nahe Valencia: die Runde um die Albufera und der Turia-Garten, fast durchgehend auf Radwegen.
- In der Gruppe: Vereine und Peñas für alle Niveaus (Peña Excursionista, CDUPV); Verzeichnis auf fccv.es.
- Gesetz: Helmpflicht außerorts, 1,5 m beim Überholen; neue Regeln ab 1. Oktober 2026 (RD 518/2026).
Häufig gestellte Fragen
Welches ist der höchste befahrbare Pass in der Region Valencia?
Der Alto de Aitana, auf rund 1.558 m, im Hinterland der Costa Blanca. Es ist ein Anstieg außer Kategorie über mehr als 22 km. Der eigentliche Gipfel, auf dem eine Militärbasis liegt, ist nicht zugänglich: man fährt bis zum letzten erlaubten Teilstück.
Welche Vía Verde eignet sich für eine Ausfahrt mit der Familie?
Die Vía Xurra (16 km, ganz flach, von Valencia nach Puçol) für eine kurze Tour, oder das Teilstück am Racó del Duc auf der Vía Verde del Serpis für eine spektakuläre und einfache Kulisse. Ojos Negros eignet sich für die größeren Gravel-Ausfahrten.
Ist ein Helm beim Radfahren in Spanien Pflicht?
Ja, außerorts für alle, und überall für Minderjährige. Zum 1. Oktober 2026 streicht eine Reform die letzten Ausnahmen außerorts und verpflichtet Autofahrer, beim Überholen um mindestens 20 km/h langsamer zu fahren.
Warum trainieren Profi-Radfahrer in Calpe?
Wegen des sehr milden Klimas (über 300 Sonnentage), der gut instand gehaltenen Straßen und der Pässe, die praktisch direkt am Meer beginnen, alles zu Preisen, die günstiger sind als an anderen europäischen Trainingsbasen.
Kann man mit dem Leihrad eine große Ausfahrt machen?
Nein: Das Valenbisi (Jahresabo um die 29,21 €, erste 30 Minuten gratis) ist perfekt für die Stadt, aber seine Räder sind zu schwer und nicht für lange Strecken oder Pässe gemacht. Für sportliche Ausfahrten braucht es ein Rennrad, Gravel-Bike oder Mountainbike von einem spezialisierten Verleih.
Quellen
- La Vuelta 2026: Etappe 9, La Vila Joiosa - Alto de Aitana (offiziell)
- BOE: Real Decreto 518/2026 zur Änderung der Straßenverkehrsordnung
- Valenbisi: Abos und Tarife
- Federación de Ciclismo de la Comunitat Valenciana: Vereinsverzeichnis
Stand: Juli 2026. Strecken, Vorschriften und Preise können sich ändern: Prüfe vor jeder großen Ausfahrt die offiziellen Quellen (Links oben). The Daily Valencia ist ein KI-gestütztes Medium mit menschlicher Endredaktion, wenn dir ein Fehler auffällt, schreib uns.
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