Alles aufgeben für Valencia: Déborahs Wagnis
Vor fünf Jahren kam Déborah nach Valencia, mit nur einer Gewissheit im Gepäck: Sie wollte anderswo noch einmal ganz von vorn anfangen. Sie gehört zu denen, die fast alles selbst durchlebt haben, was französische Familien erleben, wenn sie sich hier neu ansiedeln.
Seit 2009 ist sie im Fernsehen zu Hause. Zunächst als Journalistin bei öffentlichen und privaten Sendern, an der Seite von Jean-Luc Delarue, Sophie Davant und Frédéric Lopez, in Formaten, in denen Nähe und Einfühlungsvermögen genauso zählten wie journalistische Sorgfalt, bevor sie schon bald andere Aufgaben übernahm: Chefredakteurin, dann Redaktionsleiterin. Der tägliche Druck der Einschaltquoten, die Führung von Teams, der Adrenalinschub der Livesendung... Sie zeichnete außerdem für Musik- und Gesellschaftsdokumentationen verantwortlich. Ein Beruf, der sie gelehrt hat, zuzuhören, nachzuprüfen und erst die richtigen Informationen einzuholen, bevor sie sie weitergibt.
In Valencia angekommen, waren es plötzlich ihre eigenen Fragen und ihre eigenen Hürden, die sie lösen musste.
Sie erinnert sich an die ersten mühsamen Wochen auf Wohnungssuche, an die Anfänge in einem fremden Gesundheitssystem, ohne Orientierung und ohne Ärztin oder Arzt ihres Vertrauens. Sie erinnert sich auch an diese Fragen, die harmlos klingen und vor Ort zum echten Kopfzerbrechen werden: Welche Marke Babymilch oder Windeln nehmen? Wen um Rat fragen, wenn man niemanden kennt?
Sie erinnert sich an den Stress der Arbeitssuche in einem Land, in dem alles neu aufgebaut werden muss: Netzwerk, Ruf. Und dann waren da die kafkaesken Windungen der spanischen Verwaltung: NIE, Empadronamiento, Formulare in dreifacher Ausfertigung, Termine, die sich einfach nicht auftreiben ließen, Türen, die sich ohne Erklärung wieder schlossen.
Sie stellte sich all die Fragen, die sich Auswanderer stellen, die sich fest niederlassen wollen: Französische, zweisprachige oder spanische Schule für die Kinder? Eine Wohnung kaufen oder Mieterin bleiben? Und wie baut man sich, schon erwachsen, einen neuen Freundeskreis auf?
Mit den Monaten entstand, ein bisschen wie in Klapischs L'Auberge espagnole, nach und nach eine ganze Sammlung von Vornamen. Agnès, Johan, die Marias, Merce, Patricia, Mar, Baptiste, Nico, Camilo, Jérôme, Llorenç, Elvira, Hugo, Marjorie, Matthias, Daria... Namen, die vertraut wurden, eine verschworene Gruppe, die langsam Gestalt annahm und zu ihrer zweiten Familie wurde.
All diese Schwierigkeiten hat Valencia hundertfach wettgemacht. Die Gelassenheit hier, diese Nähe zwischen den Menschen, dieser Zusammenhalt, der sich unter Auswanderern fernab der Heimat ganz von selbst einstellt. Das Meer, immer da, um durchzuatmen, wenn alles zu viel wird. Die Gewohnheiten, die sich an der Bar an der Ecke einschleichen, immer warmherzig. Und dann die Kinder, die bis spät abends noch auf der Straße spielen, die Begeisterung in den Fußballstadien, die sonntags vibrieren: All das ist, ohne dass sie es richtig gemerkt hätte, zu einem echten Teil ihres Lebens hier geworden.
The Daily Valencia ist eigentlich eine Geschichte, die schon vor ihrer Ankunft begann. 2021, noch in Paris, schwanger mit ihrem zweiten Kind und mit dem Plan, nach Valencia zu ziehen, bereits gefasst, hatte Déborah eine erste Version des Mediums gestartet: eine Reihe von Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Stadt, aus der Ferne geführt, wie ein Faden, der schon zu diesem neuen Leben hinüberreichte, das sich da vorbereitete. Dann übernahmen der Umzug und die Kinder das Kommando, und das Projekt blieb erst einmal liegen.
Heute ist The Daily Valencia genau dieser unversehrte Wunsch, der wieder an die Oberfläche kommt: den Menschen, denen man begegnet, ohne sie je wirklich zu kennen, eine Stimme und ein Gesicht zu geben, ihre Geschichten, ihre Brüche, ihre Siege sichtbar zu machen.
Eine Vision aus Nähe, aus Liebe zu Porträts und wahren Geschichten, aus Verbindungen, die zwischen Menschen entstehen, aus den kleinen Alltagstipps, die sich Auswanderer untereinander weitergeben, und aus kultureller Entdeckung.
Heute würde Déborah um nichts in der Welt nach Frankreich zurückkehren. Genau diese doppelte Erfahrung, die der Journalistin und die der Auswanderin, stellt sie über The Daily Valencia in den Dienst der französischen Gemeinschaft von Valencia. Sie ist Gründerin und Chefredakteurin des Mediums.
Und du, wie sieht deine Geschichte in Valencia aus? Schreib uns: Diese Rubrik Porträts gehört dir.
Die Redaktion von The Daily Valencia
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