Anselm Kiefer in Valencia: Manamas Rundgang durch das CAHH
(aus dem Französischen übersetzt)
Bis Sonntag, 25. Oktober 2026, zeigt das Centro de Arte Hortensia Herrero (CAHH) in Valencia (Spanien) Anselm Kiefer, darunter Danaë, ein Werk von mehr als 13 Metern (zur Mäzenin: unser Porträt von Hortensia Herrero). Manama, Künstlerin aus Lüttich und ehemalige Journalistin der RTBF, hat die Tür des Museums aufgestoßen. Hier ist ihre Stimmungskolumne, danach alles, was du wissen musst, um vor dem Ende der Ausstellung hinzugehen.
Wer ist Manama?
Manama ist eine Künstlerin aus Lüttich, belgisch-spanisch-marokkanisch. Vor der Leinwand hatte sie mehrere Leben, darunter eines als Journalistin bei der RTBF, dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen Belgiens.
Ein einziger Ansatz, vom Gemälde bis zum Schreiben: die Spiegelkunst. Ihre Texte handeln nicht von ihr, sie sind ein Durchgang. Wenn Manama malt, teilt sie nicht ihr Empfinden, sie legt es in die Materie, damit der Betrachter es erlebt. Den Zweifel, die Freude, den Schock, das Zögern. Die Stimmungskolumne folgt genau demselben Prinzip. Museum, Begegnung, Restaurant, Architektur: Manama schreibt nicht, um zu berichten, sondern damit der Leser aus dem Text herauskommt, wie sie selbst aus dem Saal, vom Tisch, aus dem Gespräch herausgekommen ist. Fühlen, und dann fühlen lassen.
Die Schönheit wird die Welt retten, sagte Dostojewski. Manama fügt hinzu: die Emotion, vorausgesetzt, man gibt sie weiter!
Die Kulturkolumne von Manama
Ich mag Museen, aus denen ich meist inspirierter und offener für die Welt herauskomme als an dem Morgen, an dem ich aufwache, sagen wir es ruhig, ein wenig verdrossen über den Zustand der Welt.
Manchmal, und Konsequenz ist nicht meine Stärke, meckere ich schon beim bloßen Gedanken, hinzugehen. Den Wagen parquieren (ja, so sagt man das in Lüttich, in Belgien), mich mit den Parkuhren anlegen und den Gassen mit ihren buckligen Pflastersteinen trotzen, die einem den Schritt auflauern. Ich habe die Nase schon voll, bevor ich überhaupt die Tür aufgestoßen habe!
Vor Kurzem plane ich eine Expedition ins CAHH, das Centro de Arte Hortensia Herrero in Valencia.
Ich meckere erneut, während ich versuche, den Namen auszusprechen, ohne als Frankophone mit einem Akzent, den man mit dem Messer schneiden kann, aufzufallen. Großer Traum: dass meine dunklen Haare mich ein einziges Mal als echte Spanierin durchgehen lassen. Na klar doch, oder?
Gegen runde Pflastersteine und Touristenfluten, Ankunft im Patio! Das Anwesen ist historisch, ein Sprung um einige Jahrhunderte zurück. Ich höre die Rüstungen der Ritter klirren… Nein! Es sind riesige Metallbuchstaben an den Wänden und bunte Lichter, die gigantische Skulpturen in Trauben herabwerfen. Die Transparenz der Räume berauscht mich. Das ist tof, wie man bei uns sagt!
Ich verlasse die Dauersammlung für die Wechselausstellung, die, die den Weg rechtfertigt: ein deutscher Maler, dessen Namen ich, puh!, aussprechen kann. Anselm Kiefer, Gallionsfigur des Neoexpressionismus. Geboren 1945. Ich schlage gern ein Rad und einen Salto im Hof, wenn ihn der Zweite Weltkrieg nicht geprägt hat.
Erstes Gemälde, Erdgeschoss. Es enthüllt sich langsam, als wäre die Architektur so gedacht, dass die Emotion Tropfen für Tropfen herabsinkt. Großformat: was für eine Ohrfeige! Der Blick wandert nach oben, wo Blattgold eine Art Hoffnung oder Seligkeit anbietet, nach dem Kampf. Unten die Schlacht: verbranntes Holz, Äste, Wurzeln, sogar ein Stamm, kiloweise Blei, Eisen, Ton, Sand. Ein herrlicher Krempel. Unter dem Gewicht der Leinwand sinke ich auf die Bank gegenüber. Wie festgeklebt.
Kiefer ermutigt mich, den Rundgang fortzusetzen. Er lebt noch!
Mit Fotos und Interviews erzählt er von seiner Technik und seiner Absicht. Für das Blei hat er den Pinsel gegen einen Traktor getauscht, der den Inhalt eines Eimers auf eine gigantische, liegende, gequälte Leinwand kippt. Säuren, heiße Metalle, Harz, Schellack, Verbrennung. Auch die Leinwand arbeitet, und Kiefer wartet manchmal ein Jahr auf ein Ergebnis. Manchmal länger. Sein Werk lebt.
Oft abstrakt, behalten seine Gemälde manchmal ein figuratives Zentrum. Für den, der es sehen will.
Geht nicht, ohne euch an dem dreizehn Meter langen Werk zu reiben. Danaë: der Flughafen Tempelhof in Berlin (und der Mythos) unter einem Goldregen. Fresko, Skulptur, dicke Leinwand, neuer Flügel des Museumspalasts? Ich weiß es nicht mehr. Ich habe Gänsehaut. Die Reliefs täuschen Räume vor und verlangen, dass man hineingeht. In die Zeichnung eindringen (figurativ, diesmal), in das Fleisch des Werks, um die Geschichte zu erfassen, die Erinnerung, die Verwandlung und die Zerstörung. Alles, was ein Kind des Krieges darin abgelegt hat.
Kein Salto... Oder doch? Qué piensas?
Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Oktober zu sehen.
Nathalie Marly, alias Manama (@manamamoi)

Die Anselm-Kiefer-Ausstellung im CAHH besuchen: die Schritte
Erstens: Notiere dir das Enddatum. Die Anselm-Kiefer-Ausstellung endet am Sonntag, 25. Oktober 2026. An diesem Tag schließt das Zentrum um 15 Uhr: Für den letztmöglichen Besuch komm am Vormittag.
Zweitens: Wähle dein Zeitfenster. Das CAHH ist dienstags bis samstags von 10 bis 20 Uhr und sonntags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Montags ist es geschlossen.
Drittens: Besorg dir dein Ticket. Der reguläre Eintritt kostet 12 € laut dem Fremdenverkehrsamt Visit Valencia, mit 20 % Rabatt für Inhaber der Valencia Tourist Card. Tickets gibt es online auf der offiziellen Website des CAHH. Prüfe die Preise vor dem Besuch.
Viertens: Komm zu Fuß. Das CAHH liegt in der Calle del Mar, 31, 46003 Valencia, in der Altstadt (Ciutat Vella). Die Gassen sind gepflastert und oft belebt: gute Schuhe, wie Manama rät, und etwas Zeitpuffer.
Fünftens: Folge Manamas Rundgang. Beginne mit dem Patio und der Dauersammlung des Palasts, dann geht es weiter zur Wechselausstellung. Nimm dir Zeit vor dem ersten großen Gemälde im Erdgeschoss, und geh nicht, ohne Danaë gesehen zu haben, mehr als 13 Meter breit: der Flughafen Tempelhof in Berlin unter einem Goldregen.
Häufig gestellte Fragen
Bis wann ist Anselm Kiefer im CAHH in Valencia zu sehen?
Bis Sonntag, 25. Oktober 2026. Sonntags schließt das Zentrum um 15 Uhr.
Wie sind die Öffnungszeiten des CAHH?
Dienstags bis samstags von 10 bis 20 Uhr, sonntags von 10 bis 15 Uhr. Montags geschlossen.
Was kostet der Eintritt?
12 € regulärer Eintritt laut Visit Valencia, mit 20 % Rabatt für Inhaber der Valencia Tourist Card. Prüfe die Angaben vor deinem Besuch auf der offiziellen Website des CAHH.
Wo befindet sich das CAHH?
Calle del Mar, 31, 46003 Valencia, im historischen Zentrum von Valencia (Spanien).
Was ist Danaë?
Ein Werk von Anselm Kiefer von mehr als 13 Metern, das das Innere des Flughafens Tempelhof in Berlin unter einem Goldregen zeigt, in Anspielung auf den Mythos der Danaë. Laut Visit Valencia war es vor Valencia nur in New York zu sehen.
Wer ist Manama?
Eine Künstlerin aus Lüttich, belgisch-spanisch-marokkanisch, ehemalige Journalistin der RTBF. Sie malt und schreibt kulturelle Stimmungskolumnen. Auf Instagram findest du sie unter @manamamoi.
Weiterlesen
- Malerei und Street Art in Valencia: Sorolla, IVAM, El Carmen
- Javier Molins, künstlerischer Leiter des CAHH
Quellen
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